Leihgrosseltern

Schön, wenn Grosseltern unserem Aufruf folgen und den digitalen Kontakt mit ihren Enkeln auch dazu nutzen, die Hausaufgaben zu erledigen. Das freut die Enkel, die in Zeiten von Corona ein Gegenüber haben, das sich ihnen uneingeschränkt widmen kann und es freut die Eltern, die in der Doppelbelastung von Homeoffice und Kinderbetreuung entlastet werden.

Aber was ist, wenn die Grosseltern verstorben, aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage oder nicht willens sind, die Aufgabe zu übernehmen. Geben wir zu: Der Aufgabe, täglich ein Kind zu begleiten, ist anspruchsvoll und man muss Verständnis haben, wenn sich Grosseltern das gut überlegen. Ein Nein ist hier konstruktiver als ein halbherziges «dann halt».

Ein Ausweg können Menschen aus dem familiären Umfeld sein, die die Aufgabe übernehmen: Onkel, Tanten, Grosstanten, Grossonkel, Gotte, Götti, Freunde, gute Bekannte, Nachbarn, ... Sie kann man - ohne Druck auszuüben - anfragen, ob sie mitmachen würden. Oder umgekehrt: Menschen aus diesem Umfeld fragen die Eltern an. Sich darauf einzulassen ist anstrengend, macht aber auch glücklich. Das sagt jedenfalls die Grossmutter Anne im Video auf der Startseite.

Für diejenigen, die immer noch nicht fündig geworden sind, wäre eine «Leihgrosselternbörse» hilfreich: Freiwillige und Familien würden zusammengeführt. Dabei muss man bedenken dass es einigermassen heikel ist, mit «Fremden» zu kooperieren, die die Aufgabe übernehmen wollen. Wie schützt man sich hier von Missbrauch? Ein solches Angebot will gut überlegt sein und beansprucht in der Umsetzung mehr Zeit und Geld. Aber wir bleiben dran.